Schiller berichtet

Friedrich Schiller hatte seine besonderen Gründe für seine Freude über Maria Pawlownas Ankunft.

Schillers Schwager Wilhelm von Wolzogen hatte zuvor Sankt Petersburg besucht und von dort berichtet, wie sehr der Dichter Schiller am Hof des Kaisers geschätzt wird. Schiller, der sein Lebtag für sein Geld hart arbeiten musste, hoffte darauf auf Unterstützung von der kaiserlichen Familie.

Wenige Tage nach Eintreffen Maria Pawlownas in Weimar berichtete Friedrich Schiller seinem Freund Gottfried Körner brieflich:

„Der Einzug war wirklich sehenswerth, denn alle Welt war auf den Beinen und die Bergstraße nebst der ganzen Anhöhe, woran Weimar sich lehnt, war von Menschengruppen belebt. Die herzogliche Jägerei, die Kaufleute und die Schützengesellschaft, alle in ihren Uniformen, holten die Herrschaften ein.

Der Zug ging durch eine sehr schöne Ehrenpforte in edlem Stil.

Bälle, Feuerwerk, Illumination, Musik, Komödie und dergleichen folgten 10 Tage aufeinander.

Das Festlichste aber an der ganzen Sache war die aufrichtige allgemeine Freude über unsre neue Prinzessin, an der wir in der That eine unschätzbare Acquisition gemacht haben.“

Und er fügte noch hinzu:

„Gebe der Himmel, dass sie etwas für die Künste thun möge, die sich hier, besonders die Musik, gar schlecht befinden.

Auch hat sie es nicht verhehlt, dass sie unsere Capelle schlecht gefunden.“