Luise berichtet

Beim feierlichen Einzug des Erbprinzenpaares war selbstverständlich auch Anna Amalias spitzzüngige Hofdame Luise von Göchhausen zugegen.

Sie spöttelte über den alten, „wackeren Verseschmied“ Wieland, der Maria Pawlowna sogleich mit einem Gedicht aus der eigenen Werkstatt empfing:

„... auch unser Vater Wieland ist begeistert und macht wieder Verse.“

Doch von Maria Pawlowna war sie restlos begeistert. Sie war überzeugt, dass ein Engel hier herabgestiegen sei:

„Ihr Einzug Nachmittages am 9. war prächtig durch die unglaubliche Volksmenge, die in geordneten Scharen zu Pferde und zu Fuß festlich ihr entgegen wallten.

Acht der schönsten Isabellen zogen ihren Wagen, Musik erfüllte die Luft und alle Herzen schlugen.

Beim Aussteigen wurde sie mehr getragen als dass sie gehen konnte, und oben an der Treppe des Schlosses empfing sie Segen und Liebe in unsern beiden Fürstinnen.

Nach einiger Ruhe führte man sie an der Hand ihres Gemahls auf den Salon des Schlosses.

Sie grüßte mit der nur ihr einzig eignen natürlichen Grazie und Tausende mit Herz und Mund riefen ihr:

Lebe lange, lebe hoch!“