Weitere Freundschaftstage

An fast allen Tagen der Woche gab es in Weimar Gesellschaften, in denen sich die Teilnehmer über Kulturelles, Politisches und oft auch Alltägliches austauschen konnten. Mitmachen durften diejenigen, die in Weimar Rang und Namen hatten.

Diese fröhlichen Kreise waren sehr beliebt.

Wir möchten Euch einige vorstellen.

Der älteste Kreis in Weimar war die so genannte „Tafelrunde“, die sich montags von 17.00-20.00 Uhr bei Anna Amalia im Wittumspalais traf. Es wurde gelesen, musiziert, über Kunst gesprochen, zu verschiedenen Themen vorgetragen. Die Tafelrunde währte 32 Jahre, bis zum Tod der Herzoginmutter 1807.

Die Hofdame Luise von Göchhausen lud ab 1790, nach ihrer Italienreise, sonnabends zu „Freundschaftsbrötchen“.

Erst wurde gefrühstückt, es gab beste belegte Brötchen, dazu starken Kaffee. Dann sprach man über Literatur, Theater und Musik und las gelegentlich neue Stücke vor. Wenn die Themen ausgingen, wurden Rätsel geraten.

Goethes „Freitagsgesellschaft“ (1791–1797) vereinte Gelehrte aus Weimar und Jena.

Das „Mittwochskränzchen“ oder „Cour d'Amour“, in dem über Politik nicht gesprochen werden durfte, galt als willkommene Abwechslung im Winter 1801-1802, hat diesen Winter aber nicht überdauert.

Von längerer Dauer war die „Mittwochsgesellschaft“ für die Herzogin Luise, die zwischen zehn und ein Uhr wöchentlich in Goethes Haus stattfand. Sie bestand 15 Jahre.

Johanna Schopenhauers Teeabende (1806–1813) fanden Donnerstag und Sonntag zwischen 18.00– 20.00 Uhr statt. „Wir trinken Tee, sprechen, erzählen, lachen, klagen einander unser Leid, wie es kommt.“ – beschrieb sie ihren Salon in einem Brief. Es wurde tatsächlich viel Klavier gespielt, gesungen, gezeichnet, und natürlich auch über Literatur und Politik, die zwei bestimmenden Themen in Weimar, gesprochen.

Auch Goethe war hier gern zu Gast.

Er verdankte Johanna Schopenhauer die Aufnahme seiner Frau, Christiane Vulpius, in die Weimarer Gesellschaft.

Christiane Vulpius lebte viele Jahre unverheiratet mit Goethe zusammen. Deswegen, aber auch aufgrund ihrer niederen Herkunft wurde sie von den ersten Weimarer Kreisen abgelehnt. Nach 18 Jahren „wilder Ehe“ heiratete Goethe seine Christiane schließlich.

Johanna Schopenhauer war offener als andere und sagte:

„Wenn Goethe ihr seinen Namen gibt, so können wir ihr wohl eine Tasse Tee geben.“