Schreiben wie Schiller

Zu Schillers Zeit benutzte man Schreibfedern zum Schreiben. Diese wurden von Putzmachern hergestellt, die zu diesem Zweck gewöhnliche Gänsefeder anspitzten.

Man brauchte dazu einen Bottich mit heißem Quarzsand, der auf dem Ofen stand. Dort wurden die Federn hineingesteckt, aber nur etwa zwei Zentimeter tief, damit das Hornmaterial erweichte.

Die spitze Form bekam die Feder durch drei präzise Schnitte mit dem scharfen Federkielmesser: von hinten, von links und von rechts.

Dann wurde hinten, etwa 5 Millimeter vom Rand entfernt, mit der glühenden Nadel ein Loch ins Horn gebohrt und zum Schluss mit dem Messer die Spitze ganz leicht, nur etwa 1 Millimeter tief, auf der vorderen Seite eingeschlitzt.

Beim Schreiben knarzte dann die Feder auf dem stark gewalzten Papier.

Wenn du in Weimar bist, hast du die Möglichkeit, in Schillers Haus mit einer Schreibfeder zu schreiben.

Das „Studiolo“ befindet sich im historischen Teil des Schillerhauses und hat vielfältige Angebote für Kinder.

Tinte wurde aus Galläpfeln, aus Schlehenrinde und später aus brasilianischem Rosenholz hergestellt. Die bekannteste war die rotbraune Gallustinte aus Galläpfeln.

Doch wie macht man Tinte aus Schlehenrinde? Die Schlehenzweige werden im Frühjahr geschnitten und getrocknet. Wenn die Zweige trocken genug sind, lässt sich die Rinde gut ablösen.

Die Rinde wird mit Wasser übergossen und drei Tage quellen gelassen. Das nun rotbraun gefärbte Wasser wird mit der Rinde zusammen aufgekocht.

Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Rinde ganz ausgelaugt ist.

Da wird der Sud wieder eingekocht und mit Wein versetzt. Dann in Pergamentsäckchen abgefüllt und zum Trocknen in die Sonne gehängt.

Die Masse wird fest und lackartig und lässt sich gut in kleine Stücke teilen.

Diese Stücke, die man gut transportieren kann, werden dann in etwas Wasser oder Wein aufgelöst und fertig ist die Tinte!