Infos zu Schillers Wohnhaus

Friedrich Schillers Wohnhaus befindet sich in der heutigen Fußgängerzone Weimars, der Schillerstraße. Vor gut 200 Jahren erstreckt sich hier die Esplanade, eine Promenade für die bessere Gesellschaft. Regelmäßig geht hier auch Herzoginmutter Anna Amalia spazieren. 

Schillers Wohnhaus ist 1777 erbaut, also erst 25 Jahre alt, als Schiller es 1802 für 4200 Taler kauft.


Er lässt es nach seinen Wünschen umbauen und bezieht es dann mit seiner Familie.

In einem Brief schreibt Charlotte Schiller an Fritz von Stein:

„Ich freue mich sehr des Besitzes, weil die Lage meinen Augen wohlthätig ist, und ich immer wie in einer Laube sitze. Auch für die Kinder ist es sehr freundlich und für eine Wohnung in der Stadt hat sie alles Angenehme eines Gartenhauses, weil die Esplanade unser Garten ist.“

Schillers Frau Charlotte hat einen kleinen Kräutergarten, die Kinder eine eigene Kegelbahn im Hof. Im Erdgeschoss sind die Wirtschaftsräume: Küche, Vorratskammer, Dienerzimmer, Hausflur, Holzställe, Waschküche. Im ersten Stock wohnt Schillers Frau mit den Kindern. 

Die ganze oberste Etage gehört Schiller, mit Empfangszimmer, Gesellschafts- und Wohnzimmer, Arbeitszimmer und Schlafkammer. Er braucht Ruhe um zu schreiben.

Friedrich Schiller selbst wohnt hier nur drei Jahre. Durch große Anstrengung gelingt es dem kranken Dichter, das Haus rechtzeitig abzubezahlen, bevor er 1805 stirbt.

Nach seinem Tod bleiben Charlotte und die Kinder dort wohnen. Als Charlotte im Jahre 1826 stirbt, haben die Kinder Weimar längst verlassen.

Sie verkaufen das Elternhaus.

1847, am Höhepunkt der Schiller-Verehrung, kauft die Stadt Weimar das frei gewordene Haus und versucht es wieder einzurichten wie zu Schillers Zeiten. So werden Tapeten wieder hergestellt, Schillers eigene Möbel wie der Schreibtisch, das Sterbebett, ein Sessel, sowie Gemälde, eine Gitarre, eine Kaffeekanne (die „Dröppelminna“) zurückgeführt.

Besucher können Schillers Arbeits- und Schlafzimmer heute fast wie zu seiner Zeit erleben.

Der Rest des Hauses ist so eingerichtet, wie es in der damaligen Zeit im Haus einer Familie von dieser Größe und von diesem Rang hätte aussehen können. Wenig ist also original, aber alles kommt aus der Schillerzeit. 

Das Schillerhaus steht heute Besuchern offen und gilt als das älteste Literaturmuseum im deutschsprachigen Raum.